Die eine Frage, bevor überhaupt über Design geredet wird
Jeder Schweizer KMU-Inhaber stellt dieselbe Frage, noch bevor eine Agentur den ersten Screen zeigt: «Was kostet das?» Und fast jede Agentur antwortet mit demselben Satz: «Das kommt drauf an.» Das ist technisch korrekt — und trotzdem keine Antwort. Wer ein Budget verantwortet, muss Zahlen in die Excel-Liste schreiben, lange bevor der Discovery-Workshop stattfindet.
Dieser Guide gibt Ihnen diese Zahlen. Ehrlich, mit Bandbreiten, und mit dem Kontext dazu: Welche Faktoren treiben den Preis? Wo fängt der Scope an, wo hört er auf? Und — der oft vergessene Teil — was kostet die Website eigentlich, nachdem sie live ist? Wir verkaufen Ihnen hier nichts. Wenn dieser Artikel Sie am Ende zu einer anderen Agentur führt, haben wir unseren Job trotzdem gemacht: Sie gehen mit mehr Klarheit in das nächste Gespräch.
Die ehrliche Preis-Landkarte 2026
Eine Website in der Schweiz kostet 2026 zwischen null Franken und mehr als einer Viertelmillion. Der Preisunterschied erklärt sich nicht durch Qualität allein, sondern durch Scope, Individualisierung und die Handschrift der Menschen, die daran arbeiten. Fünf Tiers decken das realistische Spektrum für KMU ab.
| Tier | Preis | Für wen | Rote Flagge wenn … |
|---|---|---|---|
| Do-it-yourself | CHF 0–2’000 | Gründer in der Validierungsphase, Hobby-Projekte, Landingpage für ein Event | Ein Team von 10+ Personen damit produktiv arbeiten soll |
| Freelancer | CHF 2’000–6’000 | Solopreneure, kleine Praxen, lokale Dienstleister mit einfachem Angebot | Mehrsprachigkeit, CMS oder SEO als «inklusive» beworben werden |
| KMU-Sweet-Spot | CHF 6’000–15’000 | Etablierte KMU mit Team 3–30, erster professioneller Webauftritt oder Relaunch | Performance-Ziele oder revDSG im Angebot nicht erwähnt werden |
| Mittel | CHF 15’000–40’000 | Wachsende KMU mit eigenem Marketing, DE/FR oder DE/EN, Lead-Funnel | Es keinen fixen Projektleiter gibt, der Sie durchs Projekt begleitet |
| Enterprise | CHF 40’000+ | Shops, Plattformen, mehrere Sprachen, Barrierefreiheit EN 301 549 | Barrierefreiheit, Hosting-Ort und Notfallplan nicht sauber dokumentiert sind |
CHF 0–2’000 — Do-it-yourself
Mit Wix, Squarespace oder Webflow bauen Sie am Wochenende etwas, das online ist. Das ist kein Schimpfwort: Für die ersten 18 Monate einer Firmengründung, für eine Event-Landingpage oder für einen Solopreneur, der seine Positionierung noch sucht, ist DIY rational. Der Preis ist ehrlicherweise nicht null — Sie zahlen 15 bis 40 Stunden Ihrer eigenen Zeit plus CHF 15 bis 50 monatliche Plattform-Gebühren. Rechnen Sie Ihre Stunde realistisch ein, landet ein «kostenloser» Wix-Auftritt schnell bei CHF 2’000 Opportunitätskosten.
CHF 2’000–6’000 — Solo-Freelancer
Ein Freelancer mit Template-Setup und zwei bis drei Tagen Customizing. Das Ergebnis sieht professionell aus, der Funktionsumfang bleibt aber klar im Rahmen. Mehrsprachigkeit, ein durchdachter Redaktions-Workflow oder gezielte SEO-Optimierung liegen in der Regel jenseits dieses Budgets. Die Qualität hängt zu 90 Prozent an der Person: Ein guter Freelancer liefert in diesem Tier Überraschendes, ein schlechter liefert ein Template mit Ihrem Logo.
CHF 6’000–15’000 — Der KMU-Sweet-Spot
Hier wird es spannend. Für dieses Budget bekommt das typische Schweizer KMU eine individuell gestaltete Website mit echtem CMS, zweisprachiger Pflege (üblicherweise DE/FR oder DE/EN), SEO-Grundgerüst, sauberer Performance und grundsolider revDSG-Umsetzung. Das ist der Punkt, an dem die Website aufhört, ein Kostenpunkt zu sein, und anfängt, messbar Leads zu erzeugen. Mehr als 60 Prozent unserer KMU-Gespräche landen in diesem Rahmen.
CHF 15’000–40’000 — Mittlere Business-Website
In dieser Klasse kommen vollständige Markenintegration, Content-Produktion durch das Agenturteam (Texte, Fotos, teilweise Video), komplexere Funktionalität wie Buchungssysteme oder CRM-Anbindung und ein ausgearbeitetes Performance-Budget dazu. Für Firmen mit einem eigenständigen Marketing-Team oder mehrseitigen Produkt-Portfolios ist das die realistische Grösse. Weniger wird frustrierend — mehr lohnt sich meist erst bei wiederkehrenden Umsätzen im sechsstelligen Bereich.
CHF 40’000+ — Enterprise, Shop, Plattform
Sobald ein Shop, eine Mitgliederplattform, drei oder vier Sprachen und Integrationen zu ERP oder Finanzbuchhaltung ins Spiel kommen, wird aus dem Website-Projekt ein Software-Projekt. Zusätzlich verpflichten sich viele Organisationen freiwillig oder aufgrund von Beschaffungsregeln zu Barrierefreiheit nach EN 301 549 oder eCH-0059 — das ist kein zusätzlicher Klick, sondern ein architektonisches Grundprinzip, das Entwurf und Umsetzung durchzieht.
8 Faktoren, die den Preis wirklich treiben
Warum zwei Angebote für «dasselbe» Projekt um den Faktor vier auseinanderliegen können, erklärt sich fast immer durch diese acht Faktoren. Wer die Faktoren kennt, liest Angebote plötzlich anders.
1. Umfang — Seitenzahl und Funktionen
Eine Landingpage ist keine Website, eine Website ist keine Plattform. Fünf Seiten mit Textblöcken und Kontaktformular sind schnell gebaut; 25 Seiten mit eigenen Layouts, Blog, Team-Übersicht und Karriere-Sektion brauchen ein Gerüst, das sich lohnt. Typisch: CHF 800 bis 1’500 pro Seitentyp, den eine Agentur individuell designt und baut. Spätere Instanzen desselben Typs (weitere Case-Studies, weitere Blogposts) sind dann deutlich günstiger oder im CMS selbst editierbar.
2. Design — Template vs. Individualdesign
Ein gekauftes Template mit Farbanpassung kostet ein paar hundert Franken. Ein individuelles Designsystem mit eigener Typografie, Farbpalette, Komponentenbibliothek und dokumentierten Zuständen kostet je nach Tiefe CHF 3’000 bis 15’000. Der Unterschied ist im ersten Moment schwer zu sehen — er zeigt sich im zweiten Jahr, wenn die Website wachsen soll, ohne dass sie auseinanderfällt.
3. Content-Produktion — der verdrängte Posten
Text und Bilder sind selten «im Paket». Wer Agenturtexter und Produktfotografie mitbestellt, zahlt zusätzlich CHF 2’000 bis 8’000. Wer das intern übernimmt, zahlt in Zeit — und oft in Projektverzögerung. Die häufigste Ursache für ein Projekt, das drei Monate zu spät live geht, sind fehlende Texte vom Kunden.
4. CMS — WordPress, Sanity, Webflow, Custom
WordPress ist günstig in der Anschaffung und teuer im Unterhalt. Headless-CMS wie Sanity oder Contentful sind teurer im Setup (CHF 1’500–4’000 zusätzlich), aber angenehmer für alle, die mehrsprachig publizieren oder die Website über mehrere Jahre pflegen. Webflow ist ein Sonderfall: schnell für Agenturen, mittelgut für Kundenteams — und mit laufenden Lizenzkosten von bis zu CHF 400 pro Monat für Business-Pläne.
5. Mehrsprachigkeit — DE/FR/IT/EN
Eine zweite Sprache bedeutet nicht «doppelter Aufwand», aber realistisch 30 bis 40 Prozent Aufschlag auf die Entwicklungskomponente — plus die tatsächliche Übersetzungsarbeit. Eine dritte Sprache kostet nochmals 15 bis 20 Prozent auf Entwicklung, weil die Architektur des CMS jetzt für mehr als «eine plus eine» Sprache ausgelegt sein muss. Die Schweizer Realität mit vier Landessprachen plus Englisch führt regelmässig dazu, dass mittlere KMU auf zwei Sprachen beginnen und schrittweise erweitern.
6. Integrationen — CRM, Zahlung, Booking, Newsletter
Jede Integration ist ein kleines Projekt im Projekt. Ein einfaches Kontaktformular, das in HubSpot einläuft: CHF 400. Ein Buchungssystem mit Cal.com oder Bexio: CHF 800 bis 2’000, je nach Anpassungsgrad. Eine Stripe-Zahlung mit Abo-Logik: ab CHF 2’500. Wer während des Projekts entscheidet, man brauche «auch noch schnell» eine CRM-Anbindung, sprengt ziemlich zuverlässig das Budget.
7. SEO und Performance-Optimierung
SEO ist nicht ein Knopf, den man drückt. Sauber aufgebaute Meta-Tags, strukturierte Daten, Sitemap, robots.txt und ein Performance-Budget für Core Web Vitals gehören heute zum Pflichtprogramm — und sind in seriösen Angeboten als Position sichtbar, nicht als «inklusive». Wer zusätzlich eine redaktionelle SEO-Strategie, Content-Cluster und Backlinks will, plant CHF 1’500 bis 5’000 zusätzlich für den Launch und einen Retainer für den laufenden Betrieb.
8. Barrierefreiheit — WCAG 2.1 AA
Für öffentliche Stellen ist Barrierefreiheit Pflicht, für private KMU in der Schweiz (noch) nicht — aber immer häufiger Ausschreibungskriterium. Eine Website nach WCAG 2.1 AA zu bauen bedeutet: Farbkontraste, Tastaturbedienbarkeit, korrekte ARIA-Labels, Skip-Links, lesbare Formulare. Der Aufpreis liegt bei fünf bis zehn Prozent des Entwicklungsbudgets, wenn es von Anfang an mitgedacht wird, und bei 25 Prozent, wenn es nachgerüstet werden muss.
Was viele vergessen: die Kosten nach dem Go-Live
Die Agentur rechnet den Launch ab, schiebt die Schlüsselübergabe und verschwindet. Im zweiten Jahr wundern sich dann viele: Warum kostet unsere Website eigentlich weiterhin Geld? Die Antwort ist Total Cost of Ownership, und sie ist selten Thema im ersten Angebot.
- Hosting: Je nach Anspruch CHF 10 bis 200 pro Monat. Shared Hosting in der Schweiz (Hostpoint, Infomaniak) ab CHF 10 — Managed Hosting mit Schweizer Rechenzentrum und SLA bis CHF 200.
- Domain: CHF 10 bis 50 pro Jahr. Die klassische .ch-Domain kostet bei Hostpoint rund CHF 15 — Premium-Domains gehen bis CHF 100.
- CMS-Lizenzen: WordPress selbst ist gratis, die notwendigen Premium-Plugins nicht. Webflow Business: CHF 40 pro Monat. Sanity: ab CHF 0, skaliert mit Nutzung. Kalkulieren Sie realistisch CHF 0 bis 200 pro Monat.
- SSL-Zertifikat:Heute meist über Let’s Encrypt kostenlos enthalten. Falls Sie ein Extended-Validation-Zertifikat brauchen: CHF 100 bis 300 pro Jahr.
- Updates und Wartung: CHF 100 bis 500 pro Monat je nach Aufwand. WordPress mit 15 Plugins liegt eher am oberen Rand, ein modernes Headless-Setup am unteren.
- Content-Updates vom Team:Interne Zeit, die im Budget fehlt. Planen Sie zwei bis vier Stunden pro Woche für eine aktive Website — oder einen Retainer von CHF 500 bis 1’500 pro Monat bei der Agentur.
- Security-Patches: Speziell bei WordPress alle zwei bis vier Wochen Pflicht. Bei verschlafenen Plugins ist eine kompromittierte Seite eine Frage der Zeit.
- Performance-Monitoring: Ein einfaches Uptime-Tool ab CHF 5 pro Monat (UptimeRobot, Better Uptime), eine ernsthafte Analytics-Lösung wie Plausible oder Fathom ab CHF 9 pro Monat.
Drei Szenarien mit echten Zahlen
Abstrakte Tabellen helfen nur bedingt. Drei Beispiel-Projekte, wie sie häufig in Schweizer KMU vorkommen — mit konkretem Budget und realistischer Leistung.
Szenario A — Treuhand-Büro Biel, DE/FR, Budget CHF 12’000
Acht Mitarbeitende, zweisprachig DE/FR, bestehende Kundschaft, will online mehr Vertrauen ausstrahlen und erste Leads generieren. Für CHF 12’000 realistisch drin: individuelles Design, acht bis zehn Seiten, Headless-CMS (Sanity oder Payload), DE/FR sauber gepflegt, Kontaktformular mit Weiterleitung an die Buchhaltungs-Mailbox, SEO-Grundgerüst und Performance-Budget unterhalb 1.5 Sekunden LCP. Keine Bildproduktion — die Texte kommen vom Büro, die Fotos aus Stockmaterial oder aus einem einzelnen Shooting für CHF 1’500 extra.
Szenario B — Business-Coach mit Launch-Event, Budget CHF 4’900
Solopreneurin, startet ein neues Coaching-Programm, braucht in drei Wochen eine Website plus Eventanmeldung. CHF 4’900 reichen für ein fixes Ein-Sprachen-Setup mit fünf Seiten, Cal.com-Integration für Kennenlerngespräche, Newsletter-Anbindung, sauberem Impressum und Datenschutzerklärung. Das ist bewusst ein Fix-Scope-Paket mit enger Timeline — individuelle Designexperimente fallen weg, die Ästhetik kommt aus einem sorgfältig gewählten Grundgerüst. Funktional, belastbar, launchbar in 9 bis 14 Tagen.
Szenario C — FinTech-Startup Zug mit Demo-Page, Budget CHF 22’000
Dreiköpfiges Team, Seed-Runde abgeschlossen, Produktdemo in sechs Wochen. CHF 22’000 decken: Designsystem mit Investor-relations-Tauglichkeit, zweisprachig DE/EN, interaktive Produktseiten mit animierten Flow-Diagrammen, HubSpot-CRM-Anbindung, Playbook für das kommende Content-Marketing, Core-Web-Vitals im grünen Bereich, revDSG-konform mit Cookieless-Analytics. Inklusive ein Scope-Puffer für die Demo-Seite, deren Inhalt erfahrungsgemäss zweimal umgebaut wird, bevor er final ist.
Die fünf wichtigsten Fragen an die Agentur
Wer in ein Kennenlerngespräch geht und diese fünf Fragen stellt, bekommt aus jedem Angebot mehr heraus — und erkennt in ungefähr 20 Minuten, ob das Gegenüber weiss, wovon es spricht.
1. Wie ist der Preis aufgeteilt?
Design, Entwicklung, Content, Post-Launch: Eine seriöse Aufteilung zeigt, wo wie viel hingeht. Wenn eine Agentur einen einzigen Pauschalbetrag nennt und die Aufteilung «intern» bleibt, haben Sie keine Kontrolle, wo gespart wird, falls das Budget eng wird.
2. Wem gehört der Source-Code?
Die richtige Antwort lautet fast immer: Ihnen. Wenn die Agentur auf einer Plattform baut, die Sie nicht verlassen können, ohne neu zu bauen, ist das ein Lock-in. Bitten Sie um einen Satz im Vertrag: «Der Auftraggeber erhält mit Abschluss und Bezahlung des Projekts sämtliche Rechte am Source-Code.»
3. Welche Performance-Ziele garantieren Sie?
Gute Antworten nennen konkrete Werte: Largest Contentful Paint unter 2.5 Sekunden, Cumulative Layout Shift unter 0.1, Lighthouse Performance mindestens 90. Wer vage bleibt («schnell und gut»), liefert in der Regel vage Ergebnisse.
4. Wie handhaben Sie Scope-Creep?
Änderungen während des Projekts sind normal. Die Frage ist, wie sie dokumentiert und abgerechnet werden. Eine Antwort wie «Wir notieren jede Scope-Änderung, schicken Ihnen eine kurze Kosten- und Terminabschätzung, und Sie entscheiden, ob wir sie aufnehmen» ist das Minimum. Wer das nicht strukturiert hat, liefert entweder über Budget oder verliert Arbeitspakete.
5. Wo werden die Daten gehostet?
Für Schweizer KMU ist revDSG seit September 2023 bindend. Die richtige Antwort beschreibt den Hosting-Ort (Schweiz oder EU sind beides akzeptabel, wenn korrekt dokumentiert), nennt den Datenverarbeiter und erwähnt, wie mit Auftragsverarbeitungs-Verträgen umgegangen wird. Wer mit «das machen wir schon irgendwie» antwortet, schafft Ihnen Compliance-Risiken.
Rote Flaggen beim Angebot
Diese sechs Signale tauchen mit bemerkenswerter Regelmässigkeit in Angeboten auf, die später Probleme machen. Keines ist per se fatal — aber jedes verdient eine Nachfrage.
- Pauschale ohne Scope-Definition («Alles inklusive»): Klingt angenehm, bedeutet in der Praxis, dass niemand weiss, was drin ist. Beim ersten Change-Request wird es unangenehm.
- Keine Erwähnung von Performance oder SEO: Beides gehört 2026 zum Pflichtprogramm. Wer es nicht erwähnt, baut es wahrscheinlich auch nicht ein.
- WordPress mit 15 Plugins «weil das ist Standard»: Jedes Plugin ist eine mögliche Sicherheitslücke und ein Wartungsaufwand. Wer ohne Not auf diesen Stack setzt, denkt nicht über Betrieb nach.
- Kein Hinweis auf Barrierefreiheit: In einer Zeit, in der Behindertengleichstellung auch politisch ein Thema wird, ist das mindestens unaufmerksam.
- Hosting bei einem US-Hyperscaler ohne revDSG-Klärung: AWS und Google Cloud sind technisch ausgezeichnet, rechtlich aber erklärungsbedürftig. Wer die Frage nicht aktiv adressiert, riskiert im Worst Case ein Bussgeld.
- «Wir bauen Ihnen eine App mit» ohne dezidierten App-Scope: Eine native App ist ein separates Projekt mit separatem Budget, Lifecycle und Design. Wer sie als Bonus anbietet, hat entweder keine Ahnung, wie teuer das ist — oder versteht unter «App» etwas anderes als Sie.
Wie Sie das Budget richtig planen
Eine pragmatische Aufteilung, die sich in KMU-Projekten bewährt: rund 70 Prozent des Budgets fliessen in Design und Entwicklung, 20 Prozent in Content (Texte, Bilder, ggf. Video), 10 Prozent in Launch-Marketing (SEO-Setup, Ankündigung, erste Kampagne). Diese Verteilung ist kein Gesetz — sie ist ein Richtwert, der zeigt, wenn das Angebot schief gewichtet ist.
Obendrauf: eine Contingency-Reserve von 15 bis 20 Prozent für Scope-Überraschungen. Keine grössere oder kleinere — grössere signalisiert, dass Sie sich im Scope nicht sicher sind (dann lieber erst Discovery machen), kleinere wird fast immer überschritten.
Was die Zeit angeht: Sechs bis zwölf Wochen sind für ein typisches KMU-Projekt realistisch. Vier Wochen sind sportlich und nur mit einem vorbereiteten Kundenteam (Texte da, Bilder da, Entscheidungen getroffen) machbar. Zwei Wochen sind in praktisch allen Fällen unrealistisch — es sei denn, es gibt einen fixen Scope wie bei einem Launch-Paket mit vorgefertigtem Design-System und einer klaren Content-Liste.
Fazit — die drei Takeaways
Der Preis variiert um den Faktor zwanzig, und das ist begründbar. Entscheidend ist der Scope, nicht die Agenturgrösse. Ein Freelancer kann ein 6’000-Franken-Projekt besser bauen als eine grosse Agentur ein 40’000-Franken-Projekt — wenn der Scope dazu passt.
Post-Launch-Kosten sind mindestens doppelt so hoch wie oft kommuniziert. Hosting, Wartung, CMS-Lizenzen, Content-Updates — wer Total Cost of Ownership nicht vor dem Vertrag rechnet, wundert sich nach 12 Monaten.
Transparenz in der Angebotsstruktur ist der beste Indikator für Vertrauen. Eine Agentur, die sauber aufschlüsselt, welche Position was kostet, liefert fast immer auch saubere Projekte. Umgekehrt sagt die intransparente Pauschale mehr über die Zusammenarbeit aus, als ihr lieb wäre.
Häufige Fragen
Kann ich eine Website unter CHF 5’000 bekommen?
Ja, aber mit engem Scope. Unter CHF 5’000 realistisch: eine Sprache, Template-basiert, fünf bis sieben Seiten, einfaches Kontaktformular, kein aufwendiges CMS. Das reicht für Solopreneure und kleine Firmen in der Startphase. Darüber hinaus — Mehrsprachigkeit, CMS, Integrationen, individuelles Design — landet man zuverlässig im Sweet Spot ab CHF 6’000.
Warum sind WordPress-Seiten oft günstiger?
WordPress ist ausgereift, die Themes und Plugin-Ökosysteme enorm. Ein Freelancer kann damit in zwei Tagen etwas Ansehnliches abliefern. Günstiger im Einkauf bedeutet aber nicht günstiger im Betrieb: Jedes Plugin will gepatcht werden, jedes Update kann brechen, und die Performance ist ohne bewusstes Tuning durchschnittlich. Die WordPress-Rechnung sieht am Anfang gut aus und wird über drei Jahre oft teurer als ein modernerer Stack.
Wie lange dauert ein Website-Projekt in der Schweiz?
Für eine typische KMU-Website mit individuellem Design und zweisprachiger Pflege: sechs bis zwölf Wochen. Davon gehen zwei bis drei Wochen auf Discovery und Konzept, drei bis sechs Wochen auf Design und Entwicklung, und eine bis zwei Wochen auf Content-Migration, Tests und Launch. Mit vorbereitetem Content und klaren Entscheidungen lässt sich das auf vier Wochen verdichten.
Muss ich MWST auf den Website-Preis zahlen?
Wenn die Agentur in der Schweiz MWST-pflichtig ist, ja — aktuell 8.1 Prozent Normalsatz (Stand 2026). Für die meisten Schweizer KMU ist das Vorsteuerabzug, also wirtschaftlich neutral. Wer international bestellt (EU-Agentur), hat ein Reverse-Charge-Verfahren — das ist nicht komplizierter, aber anders. Am Angebot erkennbar: Seriöse Agenturen weisen MWST sauber aus, statt sie versteckt einzurechnen.
Was ist eine Landingpage, und wieso ist sie günstiger?
Eine Landingpage ist eine einzelne Seite, optimiert auf eine Handlung — Anmeldung, Kauf, Download. Sie hat keine Menünavigation zu anderen Seiten, kein Blog, keine Team-Übersicht. Dadurch entfallen Architektur-Entscheidungen und ein Grossteil des CMS-Setups. Eine saubere Landingpage liegt typischerweise bei CHF 1’500 bis 4’500. Sie ersetzt keine Website, ergänzt sie aber oft für Kampagnen.
Brauche ich die Datenschutzerklärung sofort bei Go-Live?
Ja. Seit revDSG (September 2023) ist eine Datenschutzerklärung Pflicht, sobald Sie personenbezogene Daten bearbeiten — und das tun Sie faktisch, sobald Ihre Website Logs schreibt oder ein Analytics-Tool lädt. Impressum ist in der Schweiz für kommerzielle Websites ohnehin Pflicht (Art. 3 UWG). Beides muss vor dem öffentlichen Launch online sein, nicht als «nachreichen wir». Kosten: Rechnen Sie mit CHF 300 bis 800 für eine angemessene Erstellung, intern oder über einen Anwalt mit Schweizer KMU-Fokus.